
Mit Gemini erzeugt
Wasp und Xylo
Als Xylo vibrophonetisch bei Wasp anfragte, ob sein Schiff nach dem letzten Einsatz noch genügend Gift für einen Überfall auf die lästige Schlitzaugen-Hornisse habe, reagierte Wasp zuerst nicht. Zwar hatte er den Universalübersetzer noch an, doch er war gerade zu arg damit beschäftigt, vor der Königin herumzuschwänzeln. Schließlich gab es eine Menge Infos von seinem letzten Einsatz zu tanzen.
Doch nachdem er seinen Bericht abgegeben hatte, sah er den Übersetzer blinken und flog schnell in die Lobby, wo Xylo schon ungeduldig auf ihn wartete. Xylo, sein kleiner ungewöhnlicher Freund, hatte keinen Stachel und keinen Schwanz zum tanzen, er war eben kein typische Skorpion, doch seine Giftscheren waren der tödliche Horror jeder Varoamilbe. Zwar hatte die Bienen schon versucht, sein Gift zu analysieren, konnten sogar die einzelnen Wirkstoffe synthetisieren, doch diese hatten einfach nicht die durchschlagende Wirkung wie der Orgiginalstoff. Deshalb waren Bücherskorpione immer noch gern gesehene Individuen auf ihrer Welt. Wobei interkulturelle Freundschaften aufgrund der unterschiedlichen Sprache und emotionalen Natur nicht gerade die Regel waren. Im Fall von Wasp und Xylo kamen jedoch gleich mehrere Faktoren zusammmen, die ihnen eine strategische Zusammenarbeit und nach einigen Abenteuern schließlich enge Freundschaft ermöglichte.
Erstens war Xylo wegen der fast ausgestorbenen Varoabesiedelung auf ihrer Welt fast arbeitslos und damit völlig unterfordert. Deshab begann er die Sprache der Bienen nachzuahmen, zwar nicht wie unter Bienen übich mit dem ihm sowieso fehlenden Schwanz, sondern mit rhytmischen Scherbewegungen seiner Scheren. Wasp war aufgrund seiner besonderen Art, die ihn auch zum Agenten befähigte, der Erste, der dies bemerkte und der bald auch als Übersetzer zwischen der Königin und Xylo fungierte. Da beide nicht die typischen Exemplare ihrer Spezies waren, Wasp dem Skorpion zu neuen spannenden Aufgaben verhelfen konnte und Xylo ihm interessante neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten zeigte, wuchs ihr Zusammengehörigkeitsgefühl von Einsatz zu Einsatz. Bis es eben in das mündete, was intelligente Wesen Freundschaft nennen.
Und nun hatte Xylo eine neue Methode gefunden, die er Pyramidenangriff nannte und mit der die lästigen asiatischen Lynchhornissen unschädlich gemacht werden konnten. Pyramide deshalb, weil es ein mehrstufiger Angriff ist. Wasp begibt sich mit dem Schiff in einem Ultrakurzangriff in die Höhle des stacheligen Löwen und lässt dort Xylo, der sich an seinem Hinterbein festgeklammert hatte, in den Stock fallen. Mit dem Gift seiner Scheren betäubt er die wenigen Hornissen des noch jungen Stocks samt ihrer Königin. Dann kann Wasp gefahrlos eindringen und sein Gift über den Eiern und die junge Brut versprühen. Währendessen darf Xylo die Königin ansaugen und dann für Wasp die Giftdrüse der Hornisse öffnen, wo dieser den Tank seines Schiffes wieder füllen kann.
Das Ganze ist zwar keine unbedingt sympathische Kampftechnik, doch was diese Spezies in ihrem Stock anstellt, wenn man ihnen nicht früh genug Einhalt gebietet, ist nicht weniger grausam. Eine einzige asiatische Hornisse konnte in einer Stunde mehr Bienen lynchen, als es ein Wespenbatallion an einem ganzen Tag vermag. Diese Spezies ist fähig, sogar ganze Bienen-Populationen in kürzester Zeit auslöschen.
So war es keine Frage, dass nach einer ausgiebigen Mahlzeit, Wasp seinen winzigen Freund in sein Schiff ließ und sie entschlossen gemeinsam zum Planet der Hornissen starteten.
