
Foto eines Kunstwerkes in einem Schaufenster in Chiavari
Was, wenn …?
Wirklich jetzt – was, wenn ich eine mir ergebene Hexe zur Hand hätte?
IINein – nicht so eine Möchtegern-Hobby-Internet-Hexe. Nee! Eine richtige – am besten mit Zauberstab und schwarzem Raben auf der Schulter. So ein richtig durchtriebenes Flintenweib. Eins ohne Skrupel, auch mal etwas über die Stränge zu schlagen. Sodass das Leben gezwungen ist, gefährlich Funken zu schlagen! Eine, die einen mit Karacho aus jedweder beschissenen Ohnmacht rausbeamt. Wusch! Zack! Bumm!
Wie? DAS Leben????
Okay – mein Leben! Also ich.
Was meinen?
Dafür braucht es dann aber keine Hexe? Außer natürlich, ich wäre ein außergewöhnlicher Schlappschwanz. Jetzt aber! Beleidigen kann ich mich schon selber! Dafür brauche ich keine oberschlauen Leser. Das kann ich prima. Es wäre ja auch gelacht – nach so vielen Jahren täglicher Übung! Echt jetzt!
Nur mich da raushexen – so Simsalabim-Hokuspokus, alles wieder gut, heile geile Schwänzchen – das kann ich dann doch nicht ganz so schnell. Ich neige schon dazu, mich ausdauernd im Schlamassel zu wälzen. Ich kann darin bis ganz nah an die Grenzen der Verbitterung ausharren. Darin bin ich echt ein Könner!
Allerdingensbumsens:
So ganz stimmt das dann auch wieder nicht!
Zumindest wenn ich ausnahmsweise mal ehrlich zu mir bin. Und zu Dir natürlich, neugieriger Leser!
Zwarikowski leuchten meine Glitzersteinchen oft nicht wirklich so ganz hell, stromern sozudösend nicht mal auf halbem Schub. Doch wenn ich es schaffe, mich dafür nicht noch weiter herunterzuziehen, wenn ich mich mal unkommentiert einfach nur so sein lasse, dann – dann tauchen im träge dahinfließenden Fluss der Vernunft, an den absoluten Nullpunkten, wo ich mich fühle wie ein Schluck Wasser in der Kurve, plötzlich Sandbänke auf. Echt! Genau so wie in den richtigen Flüssen.
Kaum haben dort ein paar Vögel draufgeschissen, wachsen auch schon üppig Pflänzchen drauf und im nächsten Moment campt hier ein pubertierendes Fähnlein Fieselschweif, zündet ein wärmendes Lagerfeuer an und singt zotige Lieder. Da stieben Funken gen Sternenhimmel. Und die Welt ist wieder eine ganz andere. Wie neu. Ruckzuck. Eben noch zu Tode betrübt und nun himmelhochjauchzend.
Stimmt also. Nicht das mit dem Schlappschwanz. Obwohl. Klar. Nee. Ich brauche eigentlich keine Starthilfe von Zauberstäben. Die müsste ich auch noch in meinen jetzt schon viel zu schweren Rucksack packen.
SelbstakzepTanz ist das Zauberwort! Alleine schon die letzte Silbe vermag es rauszureißen.
Sobald ich den Grund meiner tiefsten Löcher ausgiebigst erkundet habe,die ersten Kristalle mit meinen schwarzen Fingernägeln aus dem Bodensatz meines Seins gekratzt, fängt da ohnehin eine Quelle lustig an, Ideen zu sprudeln, und sämtliche Schreckensgeister ertrinken jämmerlich in den überquellenden Versfluten oder werden von neuer Euphorie über alle Ufer der Vernunft davongetragen. Und mit ihr, schwupps – der Paniknakman.
Stimmt also! Selbst ist das Mensch!
Zauberstab und Hexe wären aber eine nette Zugabe zum gemeinsam genüsslich Unfug stiften!
Na ja – so ein bisschen Schönheitsreparatur per Zauberstab – Hexenwink an der ein oder anderen Ecke meines vernachlässigten Adoniskörpers – wäre wirklich kein Schaden nicht! Und wenn’s auch nur der netten Hexe gefiele. Da dürfte sie schon ein wenig an mir herumzaubern!
