Sinn Finden 9 Raum schaffen

Raum schaffen


Die folgenden Zeilen enthalten hypnotische Sprachmuster, die einen leichteren Zugang zum Unbewussten ermöglichen. Sie sind manchmal für den literarisch geschulten Blick etwas holprig und folgen nicht immer den Regeln der Rechtschreibung. Wenn Dein Geist eine für Dich bessere und eingängigere Formulierung findet, sich vielleicht sogar kritisch mit dem Gelesenen beschäftigt, ist das im Sinne des Erfinders und erwünscht! Die Formulierungen erleichtern das Dranbleiben am inneren Erleben und helfen, unbewusste Widerstände gegen die gewünschte Veränderung abzumildern. Es ist in etwa so wie bei den Heinzelmännchen. Solange das Bewusstsein mit einer Aufgabe beschäftigt und abgelenkt ist, können unsere Wichtel im Verborgenen mit dem von uns gelieferten Material und Werkzeug in Ruhe arbeiten. 


Nehmen wir einmal an, wir wären ein Haus. So eines mit Keller, einem oder zwei Stockwerken und einem Speicher. Der Bewohner, in dem Fall unsere Seele, hätte sich gerade aus für uns schlüssigen Gründen entschlossen, die Wohnung umzuräumen. Sie will Platz zu schaffen für Neues.  Das wollten wir eigentlich auch schon lange, aber wohin mit den alten Möbeln, dem Nippes? Der Dachboden, verstaubt und zugig,  ist übervoll mit Dingen aus alten Zeiten und voller Erinnerungen von uns und sogar unseren Vorfahren.
    
Platz machen ist angesagt!


Da jeder von uns seine eigene ganz persönliche Vergangenheit hat, wird auch jeder von uns Formen und Entsprechungen seiner eigenen Erinnerungen dort wiederfinden.  Wenn Du Dich auf diese Vorstellung einlässt, ist es in etwa so, wie in einem Traum. Auch dort verarbeiten wir Erlebtes!  Nur haben wir hier und jetzt die Chance, auf diese Art unser Bewusstsein und damit unsere Kreativität mit ins Spiel zu bringen.  Um herauszufinden, wie es dort oben im Speicher aussieht, nimm einfach eine Erinnerung an solch eine Gelegenheit, in der Du einmal in Deiner Vergangenheit auf einen richtigen Speicher gegangen bist. 


Gab es eine Tür vor der Speichertreppe oder an deren Ende?  War die Treppe aus Holz oder Stein? War sie schmal oder breit? Eher gut zu besteigen oder steil? Roch es schon dort so typisch staubig trocken oder erst ganz oben?  Ist es gerade dort eher kühl, eher wärmer?  Wenn Du jetzt in Deinem Erinnerungsspeicher gehst, egal, wie er für Dich aussieht und Dich dort umschaust: Nutze Deine bewussten und unbewussten Wahrnehmungsfähigkeiten, die Du im letzten Kapitel kennengelernt und dort schon alleine durch das Lesen, vielleicht sogar ohne es zu wissen, erweitert hast. 


Wie oft lernten wir schon im Leben, ohne es überhaupt zu wissen. Als Kleinkinder standen wir so lange immer wieder auf, bis wir stehengeblieben sind, dann laufen konnten und später sogar rennen. Auch die Laute haben wir einfach kopiert und das Ergebnis beobachtet, bis wir sprechen konnten.  Welches Kleinkind interessiert sich schon dafür, dass es gerade lernt, wenn es sich unzählige Male wieder an Stuhl, Sofa oder Bett hochzieht, um einen erneuten Gehversuch zu starten? Es lernt, ohne es zu wissen. Durch die Tat!  Darum teste jetzt, welcher Deiner Sinne jetzt am einfachsten als Start das Erleben dieses Raumes ermöglicht!


Ob es der von mir erwähnte Staub ist, der Deine Nase unter das Dach führt, der Blick, der zur obersten Stufe wandert, der Klang knarzender Stufen, oder der Temperaturunterschied, den Du beim Aufstieg spüren kannst, es sind ganz alleine Deine Sinne, die Dich auf diese spielerische Weise in Deine Erinnerungen geleiten. Sie ermöglichen Dir damit sie zu würdigen und zu entscheiden, welchen Stellenwert, welchen Raum sie noch in Deinem Leben einnehmen dürfen.  
Ich weiß nicht, was Dir Deine Aufmerksamkeit in Deinem Speicher zuerst zeigen will! Jedes Möbelstück dort oben kann uns eine eigene Geschichte erzählen. Vielleicht gibt es da auch eine Kiste mit Büchern, alten Zeugnissen, längst vergessenen Briefen. Schränke mit alten, muffig riechenden Kleidern. Vom längst vergessenen Strampler zum Stenz unseres Großvaters. Egal, was es ist, was wir dort wiederentdecken:
All dies dürfen wir noch einmal in die Hand nehmen, es betrachten, bevor wir uns entscheiden, es zu behalten oder wegzuwerfen. Egal, ob wir der Typ Mensch sind, der radikal sagt: „Weg mit dem alten Krempel!“ oder ob wir gefühlte Stunden damit verbringen, in Kisten zu wühlen und alte Liebesbriefe zu lesen. 


Auf jeden Fall, wird sich jeder ganz persönlich entscheiden, was es noch wert ist, es zu behalten. Vielleicht es neu und sinnvoller zu ordnen und hinzuspüren, was Du jetzt und hier bereit bist, zu entsorgen. Endlich. Vielleicht erst widerstrebend, aber dann trotzdem! Damit wieder Platz in Dir für neues Erleben ist, darfst Du Dich einem Teil Deiner Vergangenheit entledigen. Zumindest der Erinnerungen, die für Dein Heute keinen erkennbaren und stärkenden Wert mehr haben. Wenn Du erkennst, dass es notwendig ist, verabschiede Dich von altem Schmerz oder der lähmenden Trauer über verlorenes Glück.  Vielleicht magst Du auch etwas verschenken, wenn Du erkennst, dass die Lektion, die Du daraus gelernt hast, einem Mitmenschen das Leben leichter machen kann. Wie wird sich Dir dann in absehbarer Zukunft ganz von selbst zeigen?


Ich kann nicht wissen, in welcher Form sich Deine Erinnerungen auf dem Speicher der Seele zeigen. Doch ich bin sicher, dass Deine Seele Dich nur diejenigen entsorgen lässt, die Du leicht entbehren kannst und ohne die Dein Leben wieder lebendiger wird. Sicher gibt es außer auf dem Speicher auch im Keller Dinge, die Dir dort nur noch den Platz nehmen, im Weg stehen und besser auf den Speicher (in den Mülleimer? In den Sperrmüll?) zu den anderen Erinnerungen passen.






So Du nicht bereits dort bist: Tu Dir den Gefallen und zieh Dich für einige Minuten in Dein Inneres zurück. Stell Dir vor, Du wärst dort oben in Deinem Speicher und schau, was Du dort vorfindest. Sehe, was Deine Seele auf welche Weise loswerden will (zum Flohmarkt, auf den Müll, in den Ofen, oder einfach herunterwerfen auf den Hof) ist ganz und gar Deine Entscheidung. Es ist Dein Leben, Dein Haus, Dein Speicher und Keller! Was Du auch immer mit dem freien Platz anfangen, womit Du die entstehenden Lücken füllen magst, Du wirst dadurch befreit aufatmen können. Du darfst Dich wundern, wie sich durch solch eine harmlos scheinende Spielerei angenehmere Perspektiven ergeben und überraschend neue Handlungsspielräume entfalten können.


Gib Dir alle Zeit, die Du brauchst, schenke Deiner Seele das Vertrauen, dass sie sich den Raum schaffen kann, den sie zum Gedeihen und Wachsen wünscht und kehre mit Deinem Denken in die bewusste Realität zurück, während Deine Seele im Verborgenen weiter die Möglichkeit hat, das Leben reicher und freudiger zu gestalten.


Erkenne die Zeichen, Dein neues Fingerspitzengefühl, spüre den Boden neu unter Deinen Füßen, sei gespannt auf die neuen Wege, auf die sie Dich führen und strecke zum Abschied lächelnd allem die Zunge heraus, das Dich eben noch am Genießen gehindert hat.


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