
Das kleine Lächeln
Der Aufbruch – Frühling – neue Flausen – unberechenbar neu – Kraft
Lange habe ich gebraucht, bis ich dieses Kapitel beginnen konnte, das Wehren gegen Veränderungen ist nämlich meine Königsdisziplin. Wenn es am Ende auch nur an der Frage lag, ob ich das Schöne tatsächlich verdient habe.
Stelle Dir vor, Du wärst das große Glück und diese kleinen bescheuerten Zweibeiner rennen dauernd vor Dir weg!
Doch jetzt habe ich das kleine Lächeln immer öfter im Gesicht!
Ich weiß nicht, ob Du es bei Dir auch schon bemerkt hast? Mir ging es so, dass ich mich immer mal wieder dabei erwischt habe, wie ich irgendwann im Laufe des Tages leise in mich hineingelächelt habe. Oder gesungen. Oder gepfiffen. Wenn ich es dann bemerkt habe, ist mir eigentlich gar kein richtiger Grund dafür eingefallen.
Es war einfach da. Manchmal ist das so und ich werde mich hüten, in solchen Momenten im Grund herumzuwühlen! Ich lasse die kleinen Wurzeln lieber wachsen, statt sie durch mein Suchen wieder zu zerstören. Ich möchte nämlich gerne, dass diese kleinen angenehmen Regungen wachsen. Und – wer weiß – irgendwann einmal Früchte tragen? Soweit denke ich jetzt ganz bewusst nicht. Ich genieße lieber das zarte Grün und staune, wo ich überall austreibe.
Apropos: Ich bin in meiner Vorstellung ein Baum. Ein Maulbeerbaum. Seltsamerweise schon ein recht alter und großer Baum. Eigentlich blöd, dass ich in all den Jahren nie darauf geachtet habe.
Nutze Deine Fantasie und frage Dich: Was für eine Pflanze wärst Du? Musst Du Dir in dieser Lebensform noch Schutz und Pflege geben? Nutze Deine Vorstellungskräfte, um Dir die richtige, nährende Umgebung zu schaffen. Dann lass das Pflänzchen in Ruhe wachsen. Und schau gelegentlich mal hin. Frage Dich, ob Du etwas für Dein Wachstum und Deine Gesundheit tun sollst – oder es einfach in Ruhe lassen! Versetze Dich hinein und öffne Deine Pflanzensinne.
Fühlen
Sehen?
Riechen?
Schmecken?
Oder sogar Dir bisher unbekannte Sinnesreize?
Vielleicht nur ahnen?
Wenn Du das erlebt hast, lasse es wieder los und erobere mit allen Deinen neuen Sinnen die äußere Welt!
Es ist Dein Aufbruch!
Wie immer, wenn etwas aufbricht, sei es, weil es von innen her eine Weile zu viel Druck hatte oder wie eine Eischale zu spröde ist, um dem äußeren Druck standzuhalten, macht es anfangs wahrscheinlich auch erst einmal Angst. Zumindest, wenn wir kein Küken sind und das allererste Mal aus dem zerbrochenen Ei klettern. Ohne darüber nachzudenken, kommt es schutzlos und furchtlos in eine neue, fremde Welt. Das Küken hat jedoch die Henne, die es beschützt und lehrt, bis es sich alleine in seiner Welt zurechtfindet.
Und wir?
Wer lehrt und schützt uns? Vor Füchsen, der Katze, Jauchegruben, dem Traktor mit den großen Reifen?
Hast Du schon eine Idee?
Nun – manchmal werden wir tatsächlich von Menschen begrüßt, die schon vor uns aufgebrochen sind und sich mit den ersten Schritten in Neues bereits etwas auskennen. Erkennen wir sie? Und wie? Oder sie uns, wo wir uns doch gerade fast nicht mehr wiedererkennen?
Oder dürfen wir in uns selbst nachschauen, vertrauen, dass die Natur – unsere Natur – schon für die richtige Führung gesorgt hat, bevor sie uns die Kraft gegeben hat, durch die Schale durchzustoßen. Durch diese kurz zuvor noch so harte und undurchdringlich wirkende Hülle? Welcher Teil, welche inneren Qualitäten, die wir schon entwickeln durften oder mussten, könnten uns den nötigen Schutz bieten? Vielleicht hast Du es bei Veränderungsschritten in Deiner Vergangenheit nicht so erlebt, wie Du es gebraucht hättest. Dann ist die Chance riesengroß, dass Du gerade deshalb weißt, was so ein kleines unschuldiges Wesen benötigt, um zu wachsen. Denn Du findest im Rückblick, was Dir damals geholfen hätte, die Schritte weiterzugehen.
Du hast also jetzt die Chance, es besser zu machen!
Wenn Du allerdings doch noch Schwierigkeiten hast, spontan Zugang zu den stärkenden Ressourcen zu finden, frage Dich:
Was hätte ich damals gebraucht, was mir gewünscht?
Auch hier gilt: Den Berg erklimmt man von unten nach oben, einen Schritt nach dem anderen. Rennen führt auf dem Weg nach oben meist zu Atemnot. Also: Wenn Du etwas entdeckt hast, das für Dich unbedingt dazugehört, um sicher und gesund, vielleicht sogar froh zu wachsen, hast Du schon fast Dein Ziel erreicht. Denn: Wie willst Du es benennen, wenn Du es nicht schon kennst? Dieses Gefühl, diese Qualität, die sicher jetzt helfen würde, gerne und mit einem guten Gefühl zu wachsen.
Hast Du es etwa schon anderen geschenkt, weil Du es wichtig fandest?
Oder bei Anderen beobachtet und erfreut mitgefühlt und dabei gedacht: Wow, klasse, so sollte es sein, so ist es richtig?
Auf jeden Fall, wenn Du nur die leiseste AHNUNG hast, dann muss es schon irgendwo in Dir leben! Bitte doch diesen wertvollen Teil, Dir bei Deinem Wachstum wachsam zur Seite zu stehen! Er wird es höchstwahrscheinlich nur zu gerne tun. Denn nichts ist schlimmer, als Qualitäten zu haben, die nicht bemerkt oder beachtet werden und die man niemals zeigen darf! Sicher kennst Du das schöne und stärkende Gefühl, wenn Du mit Deinen Stärken bemerkt und sogar gebraucht wirst.
Noch etwas: Solche kleinen, frisch geschlüpfte Wesen haben in der Regel noch die Augen geschlossen. Sie erkennen die Mutter nicht mit den Augen oder ihrem noch ungeübten Verstand. Sie erkennen sie, sondern automatisch, intuitiv, bis sich ihre Sinne an die neue Welt gewöhnt, sich an ihr entwickelt haben.
Auch deshalb verlange anfangs nicht zu viel von Dir. Hab Vertrauen in Dich! Wenn Du die Übungen am Anfang des Buches gemacht hast, kennst Du die Möglichkeiten und Grenzen Deines Vertrauens. Lasse Deine neuen Fähigkeiten in ihrer eigenen Geschwindigkeit wachsen.
Gieße das Pflänzchen nur, wenn Du bemerkst, dass es Wasser und Nahrung benötigt. Es wächst dann von ganz alleine.
Lass das Küken selbst die Körner finden und picken. Gemästet werden nur Stopfgänse.
Wenn Dir Dein Unterbewusstsein über die Fantasie etwas noch Unbelebtes wie einen Stern, ein Auto, einen Palast oder ein Schmuckstück in der Innenschau zeigt, dann sieh es als Einstieg und sei gespannt, wie Du es zu einem Teil oder Werkzeug für Deine lebendigere Zukunft machen wirst. Du könntest z.B. ein Stein sein. Dann dehne besser die Zeit, um fruchtbare, lebendige Erde zu werden. Dich mit dem Hammer klein zu machen, wird seltenst die angenehme Lösung sein! Außer Du findest in Dir einen Bildhauer, der gekonnt Deine wahre Bestimmung herausarbeiten kann.
Vertraue Dir und Deinem Unterbewusstsein und erinnere Dich daran, dass die Heinzelmännchen nicht das grelle, gierige Verstandeslicht mochten, also lasse Deine neuen Triebe im Verborgenen weiterarbeiten und freue Dich am nächsten Morgen an den Ergebnissen.
Die Macht sei mit Dir!
Die Texte dieser Reihe werden in absehbarer Zeit als Taschenbuch und Ebook unter meinem Namen erscheinen! Wenn es soweit ist, erscheint hier der Titel und die ISBN.
Fragen zum Thema und Anregungen können gerne unter dem jeweiligen Beitrag in den Kommentaren gestellt werden!
