
Sinn finden – Kleinere Freiheiten
Vom Regen in die Traufe – Ausweichen – nicht Dein Schuh –
Schieben – Luxus – Dekadenz
Manches Mal meinen wir, wenn wir schon nicht das bekommen, was wir wollen, dann gönnen wir uns wenigstens diese eine kleine Sünde. Rauchen – Trinken – Fernsehen – Essen -Kaufen – Flirten. Spätestens wenn es etwas schal wird, wissen wir eigentlich, dass uns das auf Dauer nicht wirklich guttut. Doch meist ist es zum Zeitpunkt unserer Einsicht schon zur Gewohnheit geworden und nicht so einfach wieder abzustellen.
Oder wir haben eine ganze Weile etwas ausgehalten und es muss endlich raus. Je mehr wir uns bemüht haben, den Ansprüchen von außen gerecht zu werden, je mehr Trotz wir aufbauen mussten, desto heftiger, desto unkontrollierter oft unser Ausbruch. Weil wir ihn danach auch vor uns rechtfertigen müssen, um noch unbeschadet morgens in den Spiegel sehen zu können, werden wir ihn heftigst verteidigen oder gar leugnen und schnell verdrängen oder aber wir resignieren und müssen etwas anderes suchen, um den entstandenen Frust auszugleichen. So gesehen bleibt Menschen, die die Fähigkeit noch nicht ausreichend entwickelt haben, sich und anderen Fehler einzugestehen, nur die Wahl zwischen Resignation und Aggression. So oder so bleiben Frust und das Wissen um die Ersatzbefriedigung. In der Tiefe verstecken sich Angst und Schuld.
Super Alternativen!
Doch was tun, wenn wir nicht einmal mehr richtig wissen, was wir ursprünglich eigentlich wollten, was wir anfänglich mit unserem Leben, der Partnerschaft, unserer Berufung im Sinn hatten?
Vielleicht wollen wir das mittlerweile gar nicht mehr?
Wenn wir es geschafft haben,
die Altlasten
Enttäuschungen
negative Erwartungshaltungen
alten Ängste
Aggressionen und einschränkende Glaubenssätze („Ich bin nun mal so, ich kann nicht…., die Welt ist…..“) herauszuschmeißen, die schmerzhafte Vergangenheit hinter uns zu lassen (Kapitel 2 !), stehen wir erst einmal im leeren Raum.
Und sind wieder nackt und schutzlos.
Meist greifen wir dann bei der ersten Unsicherheit wieder zu unseren alten Sicherheiten und Mustern. Manchen ganz bewusst und anderen unbewusst. Oft noch zu jenen, die wieder genauso langweilig, frustrierend oder schmerzhaft sind.
Bevor uns dies das nächste Mal passiert, wär es doch gut, ein paar neue Sicherheiten parat zu haben – sozusagen als Polster, Anker, Netz (und doppelten Boden). So dass wir ein neues Spiel spielen können, mit neuen eigenen Regeln und neuem Ziel. Einem Ziel, zu dem wieder Spannung und Lachen dazugehört!
Zur Abwechslung vielleicht mal wieder Glück! In Spiel und Liebe!
Doch woher nehmen und nicht stehlen?
Hast Du schon mal daran gedacht, Dich dann an ein Erlebnis zu erinnern, in dem Du genau das gefühlt hast, was Dir jetzt gerade fehlt? Irgend so ein seltener Moment, in dem Du mit Dir selbst vollständig einig warst?
Überraschend mutig?
Humorvoll oder gar ausgelassen bis albern?
Stolz auf etwas Geleistetes?
Völlig entspannt und gelöst?
Voller Tatendrang?
Souverän?
Dankbar?
Scharfsinnig?
Wissbegierig?
Taktvoll?
Großzügig?
Freudig?
Glücklich?
Frei?
Leicht?
Wenn Du diese Begriffe kennst, musst Du sie auch schon selbst erlebt oder bei anderen beobachtet haben. Es hat bei Dir etwas ausgelöst. Entweder Mitgefühl, Dankbarkeit, Freude für den Anderen oder – was verständlich wäre – vielleicht auch etwas Neid. Wichtig für unsere Zwecke ist nur, dass wir diese Ressourcen und ihre Wirkung positiv wahrgenommen haben.
Da Du mittlerweile das Buch bis hierhin gelesen hast: Gab es da weiter vorn eine angenehme Erinnerung, die Du zum Üben genommen hast? Garantiert erinnerst Du Dich gleich daran, dass Du sie leichter wiederfindest, wenn Du in die Richtung schaust, wo Deine positiven Erlebnisse abgespeichert sind!
Um dieses Gefühl ins Jetzt zu bringen und gespannt zu sein, wie die vorher unangenehme Situation sich entwickelt, brauchst Du wiederum nur nachzuforschen, welcher Deiner Sinne zuerst oder am deutlichsten beteiligt war!
Woran erinnerst Du Dich? Kommt Dir ein Bild, etwas Gefühltes, ein Geruch, ein Geräusch oder gar ein Geschmack als Erstes in den Sinn? Das ist, wie Du schon gelernt hast, die Eintrittskarte zur nützlichen Ressource:
die Augen mit Schärfe, Farbe, Blickwinkel
das Ohr mit Klang, Lautstärke, Richtung
die Nase mit Duft, Intensität, Dauer
die Zunge mit Geschmack, Intensität, Dauer
oder die Körpersensoren mit Bewegung, Wärmeempfinden, Tastsinn
Das, was uns am einfachsten fällt, mag uns den Weg dorthin weisen! Nach und nach, bis die Situation sich so wirklich wie möglich für Dich anfühlt.
Sicher erkennst Du in dieser Übung eine Wiederholung. Du hast diese Schritte, diese Einsichten und den Riecher, was gut für Dich ist, auf den letzten Seiten schon oft erlebt. Das ist gewollt, denn Wiederholungen schaffen Muster. Muster, die nun automatisch zu den Ergebnissen führen, die Dich stärken!
Wir nutzen nun Dein erworbenes Wissen und Deine Erfahrungen und geben Dir die Möglichkeit, herauszufinden, wie Du die schon gefundenen Muster noch attraktiver und unwiderstehlicher machen kannst.
Schließe nun die Augen und erinnere Dich an solch einen angehmen Moment in deinen Erinnerungen. Nimm Dir alle Zeit, die Du dafür benötigst! Jetzt bring die Einstiegswahrnehmung mit in Dein Hier und jetzt! Was passiert, wenn Du so dieses tolle Gefühl Sinn für Sinn in Deine Realität mitnimmst? Wärst Du wirklich erstaunt, wenn Dir die Welt jetzt wieder schöner erschiene? Wenn Du magst, darfst Du wild herumexperimentieren! Die Sinne verstärken, die inneren Regler hoch- und herunterschieben, Dich an jede angenehme, Dir sinnvoll erscheinende Situation erinnern und es mit dem Heute so verbinden, bis alles in Deiner Vorstellung genau so ist, wie Du es Dir jetzt und für Deine Zukunft wünschst. Wo genau und wie in Deinem Körper und Deiner Umwelt kannst Du dies am deutlichsten wahrnehmen und halten? Wenn Du magst, kannst Du auch die Reihenfolge der ankommenden Wahrnehmungen verändern und feststellen, dass auch dies die Ergebnisse verändert.
Genieße diese neuen Gefühle und freue Dich, dass es in unserer Natur liegt, Schönes so oft wie möglich wiederholen zu wollen! Schaffe Dir ruhig auf diese Weise nährende Gewohnheiten. Zehrende Gewohnheiten hatten wir wirklich schon genug!
Trotzdem noch skeptisch?
Wie wäre es, wenn Du Dich zur Abwechslung doch einfach mal positiv von Dir überraschen ließest?
