
Zisch – Zack – Wusch, die Swish-Übung
Bevor Du die Übung machst, stelle sicher, dass Du dabei nicht gestört wirst.
Eine halbe Stunde sollte reichen.
Für den Fall, dass Du doch unterbrochen wirst, suche Dir etwas Reales im Zimmer oder an dem Ort, an dem Du Dich befindest, dem Du den Prozess und die damit verbundenen Anpassungen kurzzeitig virtuell übergeben kannst. Solange, bis Du ihn weiterzuführen kannst oder ihn neu beginnen. So kannst Du sicher sein, dass die Prozesse erst dann greifen, wenn Du die Übung vollendet hast. So werden eventuelle Störungen das Ergebnis nicht verfälschen.
Lese die Anleitung erst ganz durch, bevor Du beginnst! Zur Vereinfachung findest Du eine Kurzanleitung im Kapitel Beispielsituationen + Übungen.
Beginne mit etwas Einfachem. Nimm vorerst eine Situation, in der Du lediglich nicht so ganz zufrieden warst. Wenn Du die Veränderungen, die dieser Prozess auslöst, bemerkts und geniest, kannst Du Dich später leichter an schwerere Aufgaben trauen. Bedenke, dass Du Neuland betrittst. Siebenmeilen-Stiefel wären zwar praktisch, jedoch muss der Umgang damit erst gelernt werden. Sonst könnte man leicht auf die Schnauze fliegen. Da wir das nicht wollen, beginnen wir langsam. Deine Schritte dürfen zu Anfang ruhig Ententrippelchen sein. Wir lernen ja auch als Kind auf diese Weise das Laufen, bevor wir später Wettrennen veranstalten.
Deshalb hebe Dir die Beeinflussung richtig starker Gefühle ruhig für später auf. Sobald Dein Unbewusstes merkt, dass Du respektvoll mit Dir umgehst, wird es Dir zum richtigen Zeitpunkt die Erinnerungen zeigen und die Veränderungen zulassen, die Du freudig in Dein Leben integrieren kannst.
Um starke negative oder gar bedrohliche Gefühle zu verändern, solltest Du Dich im eigenen Interesse einem Profi (Arzt/Heilpraktiker/Psychologen/Psychater) anvertrauen, der Dir mit seiner Begleitung die Sicherheit geben kann, die Du für ein sicheres Vorankommen brauchst! Ein Beispiel: Ich wechsel an meinem Fahrzeug zwar die defekte Birne und die Sicherungen, doch ich bringe es bei einem Defekt an den Bremsen oder anderen sicherheitsrelevanten Schäden in die Werkstatt. Wer Angst vor dem riesen Berg an Aufgaben hat, den er nicht überblicken kann oder davor, bei einem Fehltritt abzustürzen, sollte einen Bergführer engagieren, der sich in den Bergen auskennt und dem ich deshalb vertrauen kann.
Nach-Übungs-Aktion planen + sicherer Raum Damit Dein Unbewusstes in Ruhe arbeiten kann, plane für gleich nach der Übung eine Aktion oder Tätigkeit, die Dich ganz in Anspruch nimmt. So kannst Du vermeiden, Deinen Erfolg gleich wieder zu zerdenken und gibst dem Erfahrenen Zeit, sich zu integrieren.
Situation mit unangenehmem Gefühl finden Nimm zuerst dieses (erträglich!) unangenehme Gefühl, das Du so gut kennst und das Dich bisher gehindert hat, noch erfolgreicher und glücklicher zu sein. Meist ist es nicht nur einmal aufgetreten. Nimm diejenige, die Du am einfachsten und deutlichsten erinnerst.
Falls es gerade schwierig ist, eine eigene Situation zu erinnern, kannst Du zur Not auch eine solche nehmen, an dem Dich ein Freund, Kollege, Nachbar oder Partner mit seiner Negativität genervt hat.
Gehe zurück zu einer Situation, in der dieses unangenehme Gefühl zwar leicht, doch deutlich war. Es kann ein Gefühl mittendrin oder auch wegen des erlebten Ergebnisses sein. Nimm wahr, wie diese Vorstellung als Bild Deiner Erinnerung wirkt, wie selbst die Erinnerung Dich schon in diese Stimmung zu bringen vermag, die Du verändern wirst. Manche haben die Erinnerungsbilder auf einer „Leinwand“. Etwa wie im Kino , einer Diashow oder im Fernsehen. Einige sehen sie nur als stehendes Bild, andere als Film, entweder mit oder ohne Ton, Geruch, Geschmack und Gefühl. Es kann auch ohne Bild, nur mit einem Geruch, Geschmack oder Geräusch anfangen und sich beim Beschreiben dann zu einem vollständigen Bild entwickeln.
So wie es bei Dir auftaucht, ist es richtig!
Auch bei mir beginnt es mit einer vagen Ahnung. Ich beschreibe es dann laut dem Gegenüber, wenn ich jemand habe, der mich anleitet oder aber mir selbst. Das Aussprechen hilft mir immens, um Erinnerungen hervorzulocken und deutlicher werden zu lassen.
Da Du dieses Gefühl gerne ändern willst, lasse diese Erinnerung wieder verblassen, in der Versenkung verschwinden oder auf irgend eine Dir gemässe Art dorthin zurückgehen, wo Du sie eben hergeholt hast. Nutze dazu Deine reichhaltige Fantasie. Vielleicht stellst Du Dir dabei einen Drehknopf zum Dimmen oder einen Schieberegler vor, oder Du schiebst es so weit weg, dass es dadurch kleiner und kleiner wird, bis es verschwunden ist. Du kannst die Situation auch gerne, wie oben vorgeschlagen, an etwas in Deiner Umgebung am Rande Deines Blickfeldes heften und den Blick dann davon abwenden. Nimm etwas auf derjenigen Seite und Höhe, in die Deine Augen blicken, wenn Du anfangs die Situation erinnerst. Wenn es ein Platz ist, wo Du sie ablegen willst, gehe kurz dorthin, spüre die Verbindung und verlasse den Platz wieder. Sobald Du die Ausgangsituation verlassen hast, frage Dich, wie Du in dieser Situation eigentlich sein und agieren willst, um Dich damit wohlzufühlen zu können.
Wo wäre, wenn Du dieses Ziel schon erreicht hättest, der richtige Platz für diese Vorstellung in Deiner Wahrnehmung? Damit ist die Richtung Deines Blicks gemeint. Wenn die erinnerte Situation anfangs eher links unten im Blickfeld zu sehen war, kann das erwünschte Zielbild z.B. nach rechts oben gewandert sein.
3. Ausstieg -Pause Merke Dir diese Stelle und kehre mit Deiner Aufmerksamkeit ins Hier und jetzt zurück. Hilfreich ist es z.B. aus dem Fenster zu sehen, die Matratze oder die Lehne deutlich zu spüren, veilleicht sogar ganz fest zu drücken und/oder sich einen Moment ganz auf die Atmung zu konzentrieren.
4. Gemeisterte Situation mit Ressourcen Danach mache Dich auf die Suche nach einem Moment, und sei es noch so lange her, in dem Du mit Dir ganz und gar einverstanden warst. Nimm eine Situation, die Du gemeistert hast, eventuel sogar trotz innerer oder äusserer Widrigkeiten. Eine, in der Du stolz auf Dich sein konntest oder ganz einfach nur froh. Es gibt keinen Menschen, der sich nicht mindestens einmal im Leben gefreut hat, war der Anlass auch noch so gering. Wem hier nicht gleich etwas einfällt, kann sich damit behelfen, dass er sich daran erinnert, dass er sicher schon irgendwann einem anderen Menschen einen wirklich guten Rat gegeben hat. Die Erinnerung an den Erfolg dürfte Dich dann doch noch auf die richtige Fährte bringen. So Du nun auch diese Erinnerung wahrnimmst, hefte auch sie an etwas Reales im Raum in der Blickrichtung, in der Deine Augen sie Dir gezeigt haben und kehre ins Hier und Jetzt zurück.
5. Ausstieg + 6. Vergleich der sinnlichen Modalitäten Nun kannst Du die beiden Vorstellungen miteinander vergleichen. Zuerst rein visuell! Stelle Dir vor, Du stehst in einer Kunstgalerie vor zwei Bildern. Deine Aufgabe ist es, eine vergleichende Beschreibung abzugeben. Du kannst bemerken, ob die wahrgenommenen Bilder in Deiner Vorstellung auch an unterschiedlichen Plätzen sind. Eines vielleicht weiter rechts, das andere links der Mittellinie oder eines höher und das andere tiefer, weiter weg oder näher? Lass Dir einen Moment Zeit, um die Unterschiede wahrzunehmen. Sehr oft gibt es auch Differenzen in der Grösse des Erinnerungsbildes. Stelle alle Qualitätsunterschiede der „Bilder“ auch in
Farbe,
Schärfe,
Klarheit,
Tiefe und
Glanz fest.
Hat eines davon einen Rahmen? Gibt es andere Sinneseindrücke in ihnen. Siehst Du die Situation wie aus den eigenen Augen oder siehst Du Dich in ihr?
7. Kurze Pause Wenn Du die Unterschiede herausgefunden hast, gönne Dir einen Moment Pause. Steig aus beiden Erinnerungen aus und nimm den gesamten Raum um Dich herum wahr.
Das Austeigen ist mindestens genauso wichtig wie das Eintauchen!
Fällt das Aussteigen schwer, so frage Dich zum Beispiel, welche Farbe Dein Mülleimer in der Küche hat. Du bestimmst so, in welche Richtung sich Dein Geist bewegt. Nimm dafür am besten etwas emotional Neutrales!
Um Deinem Gehirn, genau genommen Deiner Neurologie Gelegenheit zu geben, Dir die kraftvolleren Einstellungen Deiner Erfahrungen zugänglich zu machen, wirst Du gleich die Wahrnehmung der erkannten Unterschiede nutzen
8. Unterschiede – 1 messbar +2 absolut Du benötigst dazu drei erkannte Unterschiede. Einer davon sollte quantitativ messbar sein. Das heisst z.B.
Heller, grösser, klarer, näher, bunter, lauter …
Die anderen Beiden sollten absolut sein, z.B.
Bild oder Film, mit oder ohne Rahmen. Schwarz -weiss oder farbig, rechts oder links, oben oder unten……
9. Pause und Ausstieg Wenn Du Unterschiede in der Wahrnehmung der Situationen gefunden hast, gönne Dir wieder eine Pause und genieße das Aussteigen. Richte Deine Aufmerksamkeit wieder auf etwas außerhalb des Prozesses. Wie ist z.B. draußen das Wetter? Scheint die Sonne, ist es bewölkt? Bellt ein Hund? …
10. Positive Bildveränderung Kehre danach wiederzurück zu Deiner Aufgabe und nimm das miese Bild, die Situation, die Du verändern willst und schiebe es, wie auch immer, so schnell es Dir möglich ist, an den Platz, an dem Deine angenehmen Erinnerungen, Deine Stärken sowie die dazugehörigen Emotionen wach werden. Bemerke, wie sie währenddessen „Schwupps“ die Bildqualitäten des „guten Bildes“ annehmen!
11. Genießen + Aussteigen Sobald Dir das gelungen ist, spüre, wie sich die vorher unerträgliche Situation jetzt besser anfühlt! Handlungslösungen können zwar schon erahnbar sein, müssen es aber nicht. Oft wundert man sich erst bei nächster Gelegenheit über seine veränderte Reaktion.
Wichtig! Immer wenn Du ganz beim angenehmen Zustand angekommen bist, steig kurz aus, damit Dein Gehirn die richtige Richtung gleich mit lernt!
Da das nicht allen Menschen das auf Anhieb so leicht und schnell gelingt, gebe ich Dir jetzt noch ein paar nützliche Tipps.
12. Stabilisieren + Verankern Viele empfinden den Wechsel als leichter, wenn sie die unerwünschte Situation vorher entschärfen. Sie können sie weiter wegschieben, kleiner machen oder den Ton abdrehen. Manche unterlegen sogar Zirkusmusik. Du kannst sie auch ganz kurz näher ziehen wie an einem Gummiband, um sie dann wegschnalzen zu lassen. Rund um einen imaginären Pfosten oder Ähnliches, damit es schnell und leichter an den anderen Platz kommt, an dem alles besser aussieht, riecht, harmonischer wirkt oder leichter fällt.
Du darfst Deine gesamte Fantasie dafür verwenden, um diesen Wechsel der Perspektive erfolgreich zu machen. So gibt es Kinder, die Raketen an die Ecken des Bildes montieren, Hubschrauber, Seilwinden … . Wenn Du das Bedürfnis verspürst, das nun ressourcenreichere Bild an seinem neuen Platz zu sichern, darfst Du von Nägeln, Schrauben, Magneten, Seilen, allem, was Dir sinnvoll erscheint, Gebrauch machen. Das, was Dir Deine eigene Fantasie zur Verfügung stellt, ist ein Geschenk Deines Unbewussten und deshalb wirksamer als z.B. meine Vorgaben.
Noch etwas: Wenn Du im Zielbild am Anfang der Anleitung (gleicher Inhalt an neuem Platz, mit veränderten Qualitäten) aus Deinen eigenen Augen blickst, wechsel die Perspektive und sieh Dich selbst von Aussen in der Situation! So, als ob Du im Kino säßest und einen Film mit Dir als Hauptdarsteller siehst. Denn wenn Du schon zu Anfang drin wärest, wäre es ja kein Zielbild mehr.
Das Gehirn braucht ein Ziel, um einen Grund zu haben, Dich dort hinzubringen!
13. Zisch-Zack-Wusch Wenn Du magst, lege noch einmal eine Pause ein, bis Du bereit bist, den letzten Teil der Übung ab Punkt 9 fünfmal zu wiederholen. Dabei steigere mit jeder Wiederholung die Geschwindigkeit des Wechsels, indem Du ein Dir stimmiges Geräusch wie
Zisch,
Zack,
Wusch oder Ähnliches laut von Dir gibst. Je deutlicher und schneller Du dies aussprichst, desto überzeugender wirkt es!
Jedesmal sofort danach: Ausstieg in die vorher geplante Tätigkeit
Steige wieder aus, orientiere Dich an etwas prägnanten im Raum und beginne die oben angeratene Tätigkeit. Lasse die Heinzelmännchen in Dir ungestört ihre Arbeit machen!
Bevor Du die Übung beginnst, wechsle zur Kurzanleitung auf der folgenden Seite. Ist etwas unklar, findest Du unter der gleichen Aufzählungsnummer hier die passenden Erklärungen und genaue Anleitung.
Da ich Deinen Prozess nicht persönlich begleiten und damit auch keine Verantwortung für das Geschehen übernehmen kann, weise ich Dich noch einmal darauf hin, dass die hier beschriebenen Übungen keine nötige Therapie ersetzen können. Mit Traumata und anderen schwerwiegenden emotionalen und geistigen Problemen musst Du Dich in die Hände eines fachlich geeigneten Therapeuten begeben!
Solltest Du Fragen zu den einzelnen Schritten dieser Übung haben, findest diese Übung namens Swish auch in den allermeisten NLP-Büchern.
