
Krokanten
Kurzer Auszug aus einem nie gespielten Stück der Schauspieltruppe Wurzelschalk aus dem ficktiefen Bistum Rödelfromm-Knollenspreng
„Auf dass der heilige Krokant aus dem Boden emporschieße und Euch gebenedeite, ihr lieben Leut! Selig sind Eure Knollen und Wurzelschöße! Lasset und graben!“
„Ach, der Pfaffe – leutselig, wie immer. Red er nich so einen unterbelichteten Mumpitz! Lass er seine anrüchigen Sockenschüsse im heiligen Loch von Unserer Ewigsaftigen Clementine verschwinden, wo sie all das göttinenlästerliche Sammelsurium der grenzdebilen Priester seit Jahrhunderten geduldig kompostiert. Verziehe er sich schleunigst in sein lichtgeschwängert Turmvestibül, auf dass wir ihn nicht sogleich beim Worte nehmen. Wir werden ihm und seinem Sermon nicht mehr nachrennen und unsere schwer erarbeiteten Ernten in ihren gierigen Schlund werfen.“
„Was lästert ihr einen Vertreter der …“
„Still! Äonen konntet ihr uns im Namen der noch nie präsenten Himmelsgötter abzocken. Doch nun ist Schluß! Wir kennen Euer falsch Gebaren zu gut, als dass ihr uns weiter um Eure hochwohlgeborenen Klöten wickeln könntet. Weichet dem mächtigen Frühling und erkennet: Die Sonne küsst nicht Eure Tonsur, sie küsst nicht der Priester geschwollen Reden und Eiertanz. Sie küsst der Mutter Erde Knollen, lässt dort Triebe sprießen und wachsen und damit wirklich die Maiden erfreuen, deren Unschuld ihr bislang immer so schändlich gestohlen!“
„Ihr wagt es….“
„Geht, oder wollt ihr, dass wir nun eure Knollen samt Euch vergraben? Sollten dann daraus nach den nächsten kalten Monden Krokanten sprießen, so seid unserer erneuten Anbetung gewiss!“
Schnelle Schritte und das Rascheln des gestärkten Priesterkleides begleiten sine Abgang. Blütengekränzte Jünglinge und Maiden tanzen juchzend ein Ringelreihen.
