Kommissar Mogüll 3

Bild mit Hilfe von Gemini und Papaer Camera gestaltet

Kommissar Mogüll 3 – Im Auto

Drei Tage später, fast als ob die Götter ihm sagen wollten, dass er dran bleiben solle, wurde ein Fass an der Küste angeschwenmt. Leider auf der anderen Seite der Insel. und zum Glück noch in Nordzypern. Eric Mogüll fuhr nicht gerne längere Strecken mit dem Auto. In Girne selbst war er selten privat unterwegs und wenn, dann konnte er tagsüber gut die Dolmuş-Sammeltaxis nutzen.

Nun musste er aber wollen. Das Fass war bisher noch verschlossen und er musste unbedingt bei der Öffnung dort sein. Sie hatten ihm versprochen, damit bis zum Nachmittag zu warten. Die andertahlb Stunden Fahrt von Girne nach Famagusta würden auch vorbeigehen. Zuerst überlegte er, Musti mitzunehmen, dass er als sein Chauffeur fungieren könne, doch der junge Polis Memuru war gerade in seinem ersten Frühling mit einer Kollegin aus Çatalköy, so dass Eric auf dessen verbales Sausegebrause ohn Punkt und Komma lieber verzichtete und deshalb die Reise dann doch alleine antrat.

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Die gut ausgebaute zweispurige Straße war am Vormittag wenig befahren. Nur brannte die Sonne schon früh so gnadenlos herunter, dass er sich trotz offenen Fenstern bald wie ein gut durchgegarter Braten fühlte, dem die Soße den ganzen Körper bis in die Socken lief. Schon nch der halben Strecke, war ihm als ob seine Kleider sich an ihn mit tausen Mäulern ansaugten und gegenseitig ihre Spucke über all die üppig vorhandenen Haare austauschen wollten. Genau deshalb verzichtete er gerne aufs Autofahren! Eigentlich nahm er sich jedes Jahr im Frühling vor, sich so einen modernen Bodygroomer zu kaufen, um damit Tabula Rasa auf Brust, Rücken, Armen und Beinen zu machen. Doch irgendwie hatte er sich bisher nie getraut, in ein Kosmetikgeschäft zu gehen und sich dort beraten zu lassen. Irgendwie schämte er sich schon bei der Vorstellung, als gestandener Mann vor einer wahrscheinlich blutjungen jungen Frau zu stehen und ihr erklären zu müssen, warum er so ein Weibszeug kaufen wolle. Zwar könnte er sagen, dass er es seiner Frau schenken wolle, doch da es diese gar nicht gab, hätte er lügen müssen. Und bei dem Gedanken schämte er sich dann noch mehr. Also war es bisher nie dazu gekommen.

Schon als Kind, wenn seine Eltern mit ihm in Ferien nach Sipahi fuhren, hatte er davon geträumt, sich eine Rakete zu basteln und mit ihr zum Strand zu fliegen. Am heutigen Tag hoffte er nur noch, dass der Inhalt dieses ominösen Fasses ihm wenigstes einen Hinweis gibt, wie dieser tote Skifahrer in den Pool kam.

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