Kommissar Mogüll 2

Kommissar Mogüll 2

Eric Mogüll hatte eine miese Nacht.

Nachdem der Kreuzfahrtdampfer schon gestern Abend auf Geheiß des Generaldirektors trotz Erics Protests ablegen durfte, hatte er getobt und seine armen Untergebenen gezwungen, ihn wieder einmal im Verhörraum einzuschließen, bis er sich beruhigt hatte und aufhörte wie ein Berserker zu rasen. Seine Tobsucht hatte in der Vergangenheit nämlich schon zu kaputten PCs, Stühlen, Fenstern und einmal sogar zu einem gebrochenen Arm eines Kollegen geführt. Damals hätte ihn der Polis Genel Müdürlüğü fast fristlos entlassen. Nur seine überragende Aufklärungsrate und der vehementen Weigerung seiner Kollegen weiterzuarbeiten, wenn er entlassen würde, hatte Ali gezungen einzulenken.
„Deine allerletzte Chance!“ meinte der eisenharte, doch, ihm ansonsten freundlich gesinnte Polizeidirektor Demir.

Deshalb war er auch nicht auf seine Kollegen wütend. Ihre extreme Maßnahmen waren bei seinem überschäumenden Temperament wirklich dringen nötig. Jedesmal! Sozusagen weise. Nur auf Aliada, diesen selbstgerechten und sicher auch hochkoruppten Sch..-PGM! Dass aber auch immer solche Armleuchter auf die höchsten Posten gehievt wurden! Wie konnte dieser Isgalci es wagen, seine Ermittlungen auf diese schäbige Weise zu behindern! Eric stieg noch immer die Galle, ihm schwoll das Zäpfchen und er lief gefährlich rot an, wenn er daran dachte.

Nachdem er sich gestern Abend wieder beruhigt hatte, musste er sich von den Kollegen zu einem Zwangs-Kea und Şeftali Kebab einladen lassen. Mit Verbot über den Fall oder die Polis und alles, was damit zu tun hat, zu sprechen. Laut oder leise. Nicht einmal denken durfte er daran! Sobald er tief Luft holte und seine Wange rot fleckig wurde, schlug einer seiner Kollegen hart auf den Tisch, um ihn daran zu erinnern. glücklicherweise funktionierte das, um ihn wieder runterzuholen. Mittlerweise hatten sie das schon so oft mit ihm zelebriert, dass es ihn schon beim Zapfen des ersten Bieres soweit herunterfahren ließ, dass er wieder über die albernen Witze von Polis Memuru Musti mitlachen konnte. Nun gut, das gelang ihm in der Regel erst richtig nach dem siebten Bier. Die Heimbegleitung durch einen seiner Kollegen war zum Glück inbegriffen in ihrer Maßnahme. Ob er sonst noch den Weg und sein Bett gefunden hätte, wagte er zu bezweifeln.

Eingeschlafen war er danach schnell, doch leider war er gegen drei Uhr wieder aufgewacht und hatte sich den Kopf über diesen seltsamen Hinweis des Assistenten vom Umweltoffiziers des Schiffs zerbrochen: „Da hat irgendwer gestern Nacht ein Fass über Bord geworfen. Als ich es meinem Vorgesetzten meldete, hat der komischerweise nur mit den Schultern gezuckt und gemeint, ich solle es vergessen. Das wäre eh schon zu weit weg. Aber bitte sagen sie es ihm nicht, es ist meine erste Fahrt bei diesem Reeder. Ich möchte nicht schon wieder den Job verlieren!“

Mal sehen, wo es sie hinführte, wenn er dieser Spur nachging. Zum Glück hatte er bei Şahin von der TRNZ noch einen Gefallen zugut. Mal sehen, ob sein Patrolienboot dieses Fass findet.

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