Dudelsäcke und anderes Backwerk

Dudelsäcke und anderes Backwerk

Mein Bäcker dreht langsam durch!

Als ob die Wortvergewaltigungen der Friseure uns die letzten 30Jahre nicht schon genug Nerven gekostet hätten. Oder das Wort Backshop nicht dazu führt, dass ich jedesmal beim Einkauf den Impuls verspüre, die Verkäuferin mit der Fönwelle zu fragen, was denn eine Rückenmassage bei ihr kostet. Oder wo bei ihr die ortopädischen Matratzen stehen.

Vielleicht sollte ich wirklich einmal tun. Bisschen mit ihr schäkern. Könnte spannend werden, denn ihre Augen leuchten immer auf, wenn sie mich erblickt. Sie fährt sich durchs Haar und ihre Zungenspitze leckt verschämt und frech kurz über die erdbeerfarbene volle Oberlippe. Ich sollte sie echt mal zu einem Kafffee nach Feierabend einladen.

Dort könnte ich sie fragen, was wohl ihren Chef dazu bewogen hat, solche Namen wie Dudelsack, Geisterschiff oder Wilde Hilde für seine Auslegware zu erfinden. Und ob die Wilde Hilde ihr geschuldet ist?

Wo doch das Plunderteilchen mit Heidelbeeren, Quark und einer dezent scharfen Chillinote so gut zu ihr passen würde! Und ob sie mit mir auf dem pikanten Geisterschiff mit extra langer Merguez um die Welt segenl will.

Den mit einer Schnapspraline gefüllten Dudelsack hebe ich mir dann doch lieber für spätere Gesprächsfetzen, äh sorry: Gespräche auf, wenn die Fetzen schon geflogen und ich, völlig geschafft und atemlos glücklich neben ihr liege.

Das mache ich! Gleich morgen – oder übermorgen. Bestimmt!

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